Schufa – Was weiß die Auskunftei alles?

Die Schufa ist eine privatwirtschaftliche Auskunftei, die nach eigenen Angaben die führende Auskunftei in Deutschland ist. Sie hat Daten über etwa 66 Millionen Personen, also nahezu über jeden Bundesbürger gesammelt. Die gesammelten Daten geben etwa an, wie kreditwürdig eine Person ist.

Händler und Banken fragen Daten ab und liefern der Schufa im Gegenzug Informationen. Diese Daten fließen in Entscheidungen ein, die Sie direkt betreffen; zum Beispiel, wenn sie einen Kredit beantragen oder einen Handyvertrag abschließen möchten.

Aber nicht nur die Unternehmen können die Daten abfragen. Sie als Privatperson haben auch ein Auskunftsrecht bezüglich der gespeicherten Daten über Sie. Dies gehört zu den Betroffenenrechten in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO).

Im Folgenden möchten wir Ihnen Tipps geben, wie sie dieses Auskunftsrecht wahrnehmen können:

Wie erfahren Sie was über Sie gespeichert ist?

Auf der Seite meineschufa.de können Sie eine kostenlose Auskunft über die gespeicherten Daten erhalten.

Diese Auskunft nennt sich „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)“. Wenn sie diese „Selbstauskunft“ nutzen sind alle Daten über Sie enthalten. Die Daten werden Ihnen dann per Post zugesendet. Wenn sie diese online einsehen möchten, dann ist dies nicht kostenlos möglich.

Was weiß die Auskunftei genau über Sie?

Nach Artikel 15 der DS-GVO muss diese Auskunft eine Vielzahl an Informationen enthalten:

  • Kategorien personenbezogener Daten: Welche personenbezogenen Daten werden von Ihnen gespeichert?
  • mögliche Empfänger: An wen wurden die Daten weitergegeben?
  • Score-Werte: Welche Score-Werte wurden übermittelt? Welcher Basis-Score liegt zurzeit vor? (Dieser bietet eine Orientierung für Sie und wir vierteljährlich neu berechnet.)
  • Kreditrelevante Daten: Welche Daten aus Unternehmensanfragen oder Vertragsabschlüssen liegen vor?

Zudem müssen die Daten nach Art. 5 Abs 1. lit. a der DS-GVO „in einer für die betroffene Person nachvollziehbaren Weise verarbeitet werden“. Das heißt diese Datenkopie der Schufa muss transparent, also verständlich für Sie sein.

Falls Daten von Krediten oder Verträgen nicht zu finden sind, dann kann dies daran liegen, dass nicht alle Unternehmen mit der Schufa zusammenarbeiten und diese somit die Daten nicht weitergegeben haben.

falsche oder veraltete Daten in der Auskunft – Was tun?

Haben Sie festgestellt, dass in der Datenkopie fehlerhafte oder veraltete Daten gespeichert sind, sollten Sie sich direkt an die Schufa wenden. Falsche Daten können zu inhaltlich falschen Score-Werten führen, die Sie massiv belasten können, wenn sie beispielsweise eine Wohnung suchen oder einen Kredit aufnehmen möchten.

Die Schufa muss Fehler kostenlos und sofort berichtigen.

Können Sie die Daten löschen lassen?

Bestimmte Daten haben bei der Schufa verschiedene Löschfristen. So werden Informationen über Kredite beispielsweise 3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits gelöscht. Kreditanfragen werden 12 Monate gespeichert. Eine frühere Löschung ist hier unter Umständen mit Zustimmung des Gläubigers möglich, wenn der Ausgleich der Forderungen erfolgt ist.

Kontaktieren Sie uns!

Sollten Sie zu diesem oder zu anderen Themen weitergehende Fragen im Bereich des Datenschutzes haben, stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Wir betreuen Unternehmen, Vereine oder gemeinnützige Organisationen bei der Umsetzung des betrieblichen Datenschutzes in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und im Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG). Hierzu entwickeln wir auf Ihr Unternehmen, ihren Verein oder ihre gemeinnützige Organisation abgestimmte Datenschutzkonzepte und unterstützen Sie aktiv bei der Umsetzung. Gerne beraten wir auch Sie bei der Umsetzung Ihres Projektes.

Nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt zu uns auf.

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