Verwarnung von Wirtschaftsauskunfteien

Kredite beantragen beinhaltet oftmals einige Hürden. So erkundigen sich die Kreditgeber bei Wirtschaftsauskunfteien ob das Unternehmen oder die Privatperson den beantragten Kredit auch wieder zurückzahlen können bzw. wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist. Hierzu werden eine Vielzahl von Daten ausgewertet. Wieso nun eine Verwarnung gegen eine Wirtschaftsauskunftei ausgesprochen wurde soll anhand der Zusammenfassung der Pressemitteilung des Landesbeauftragen für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) Baden-Württemberg erläutert werden.

Dem Landesbeauftragen für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) Baden-Württemberg gingen zahlreiche Beschwerden gegen die Datenerhebung- und -auswertung von Wirtschaftsauskunfteien und den daraus folgenden Verfahren und Beurteilungen zu. Es konnte im Rahmen der Prüfung der Beschwerden festgestellt werden, dass Bonitätsbeurteilungen nicht immer anhand konkret vorliegender Daten des jeweiligen Unternehmens vorgenommen wurden, sondern gerade nicht vorliegende Informationen dazu führten, dass der empfohlene Kreditrahmen niedrig eingestuft wurde, so der Landesbeauftragte in seiner Pressemitteilung. Dies führte dazu, dass die Auskunfteien aufgrund der fehlenden Kenntnis über die Zahlen nur eingeschränkt positive Bewertungen weitergaben, da eine positive Bewertung in den vorliegenden Fällen aufgrund der fehlenden Daten als zu riskant eingestuft wurde, so eine Auskunftei im konkreten Fall. Dies führt zu einem verzerrten Bild über die Kreditwürdigkeit des Unternehmens oder der Privatperson.

Der Landesbeauftragte stellte fest, dass eine Bewertung nur rechtmäßig sei, wenn diese auf einer ausreichenden und zutreffenden Tatsachengrundlage beruhe. Eine Bewertung aufgrund von Daten, die dem Unternehmen nicht direkt zuordenbar sind oder gar nur ähnliche Datensätze anderer Unternehmen darstellen sei unzulässig. Die Datensätze müssen wahre und überprüfbare Daten beinhalten, ansonsten würde dies die Kreditwürdigkeit von unbescholtene Unternehmen und Privatpersonen unrechtmäßig einschränken. Darüber hinaus „ist [es] nicht hinnehmbar, dass Unternehmen oder Privatpersonen gezwungen sind, ihre Daten gegenüber Wirtschaftsauskunfteien preiszugeben, wenn ihnen sonst eine schlechte Bewertung droht“, mahnt LfDI Dr. Stefan Brink. Dieses Vorgehen führte zu einer gebührenpflichtigen Verwarnung, die im Zuge der Durchsetzung der Aufsichtsbefugnisse ausgesprochen wurde.

Sollten Sie zu diesem Thema oder weitergehende Fragen im Bereich des Datenschutzes haben, stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Wir betreuen Unternehmen, Vereine oder gemeinnützige Organisationen bei der Umsetzung des betrieblichen Datenschutzes in der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und im Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG). Hierzu entwickeln wir auf Ihr Unternehmen, ihren Verein oder ihre gemeinnützige Organisation abgestimmte Datenschutzkonzepte und unterstützen Sie aktiv bei der Umsetzung. Gerne beraten wir auch Sie bei der Umsetzung Ihres Projektes. Nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt zu uns auf.

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