WARUM DATENSCHUTZ?

Beim Thema Datenschutz geht es – anders als das Wort es vermuten lässt – nicht um den Schutz der Daten an sich. Viel mehr werden durch die verschiedenen Datenschutzrechte Individuen geschützt. Oder noch einfacher gesagt, die Datenschutzrechte schützen jeden einzelnen von uns.

In der heutigen Zeit sind Daten für viele Unternehmen ein wertvolles Gut. Jeder online getätigte Einkauf, jeder Chat und jeder Websitebesuch hinterlässt Spuren im Netz. Diese werden durch Rechenzentren verknüpft und verarbeitet, sodass sich aus diesen teilweise Verhaltensprognosen ableiten lassen. Diese Möglichkeit der „Durchleuchtung“ hat einen enormen ökonomischen Wert. Im Fokus steht dabei oftmals die „Manipulation“ des einzelnen durch das gezielte streuen von Information. Manipulation ist in diesem Fall beispielsweise das lenken zu einer Kaufentscheidung durch das gezielte schalten von Werbung zu zuvor im Netz betrachteten Gegenständen oder Dienstleistungen. Das Ganze kann natürlich ganz andere Ausmaße annehmen, wie der Fall Cambridge Analytica bewiesen hat.

Durch die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und die entsprechenden weiteren daraus resultierenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen, wie das Gesetz über den kirchlichen Datenschutz (KDG), ist erstmals ein europäischer Ansatz für die Durchsetzung von Spielregeln im Umgang mit personenbezogenen Daten erlassen worden. In Deutschland, immerhin ein Vorreiter auf diesem Gebiet, sind durch die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) dabei keine grundsätzlichen neuen Regelungen geschaffen worden. 1970 wurde in Hessen das erste Datenschutzgesetz weltweit verabschiedet. Seitdem hat sich dieses Thema immer weiterentwickelt. Ein vermeintlicher Grundstein wurde allerdings erst im Jahr 1983 durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Volkszählung gelegt, in dem es heißt:

„Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.

Einschränkungen dieses Rechts auf „informationelle Selbstbestimmung“ sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig. Sie bedürfen einer verfassungsmäßigen gesetzlichen Grundlage, die dem rechtsstaatlichen Gebot der Normenklarheit entsprechen muss.“

Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wurde durch dieses Urteil etabliert. Darum steht unmissverständlich fest: Datenschutz ist ein Grundrecht!

Oftmals sehen Unternehmen den Datenschutz als zusätzliche Belastung – es werden in der Regel lediglich der zusätzliche Aufwand und die damit verbundene Kosten, beispielsweise durch die hohen Anforderungen an die Sicherheit von Verarbeitungen, gesehen. Das Verbrauchern oftmals nicht klar ist, welche Daten über Sie bekannt, gespeichert oder verarbeitet sind, war vermutlich lange der Fall. Der oben beschriebene ökonomische Wert dieser Daten hat eine Transparenz entsprechend unattraktiv gemacht. Durch sogenannte „Datenkraken“, die ununterbrochen Daten sammeln, ist aktuell eine Sensibilisierung im Gange, wodurch in Zukunft der entsprechende Schutz der Daten ein immer wichtiger werdendes Argument für das Vertrauen in ein Unternehmen wird. Hier sollte jedes Unternehmen mit der nötigen Transparenz und Weitsicht vorgehen.

Das Daten und die darüber gewonnen Informationen in der heutigen Zeit unser aller Leben erheblich beeinflussen können, sollte inzwischen jedem klar sein. In den verschiedenen datenschutzrechtlichen Gesetzen werden die Personen, um deren Daten es geht, sehr bewusst als Betroffene bezeichnet. Wir Betroffene haben durch die Gesetze zum Datenschutz eine Stärkung unseres Rechts auf Informationelle Selbstbestimmung erfahren.

 

zurück zum Blog